Inklusion

Inklusion braucht Zeit und muss über Jahre wachsen

Staatsministerium verleiht Mittelschule Grafenwöhr Profil „Inklusion“

Am 11. November 2013 waren Vertreter des Sonderpädagogischen Förderzentrums Eschenbach, Frau Schulrätin Christine Söllner und der Rektor der Grund- und Mittelschule Grafenwöhr Gerhard Götzl zur Urkundenverleihung Profil „Inklusion“ in das Staatsministerium für Bildung und Kultus in München eingeladen.

Insgesamt wurde 35 Grund- und Mittelschulen, einem Gymnasium und 3 Realschulen das Profil „Inklusion“ verliehen. Staatssekretär Georg Eisenreich überreichte den Schulleitern die Urkunden. Frau Ministerialrätin Tanja Götz und Herr Ministerialrat Erich Weigel stellten die Konzeption eines neuen Nachschlagewerkes zur  Inklusion vor, das allen betroffenen Schulen zur Verfügung gestellt werden wird.

Allgemeines Bildungsziel

„Inklusion ist Menschenrecht und damit allgemeines Bildungsziel einer demokratischen Gesellschaft. Inklusion braucht Zeit und muss über Jahre wachsen. Das gilt auch für ein inklusives Schulsystem, in dem alle Menschen mit und ohne Behinderung von Anfang an ihren gleichberechtigten Platz finden können. Bildung ist die Grundlage für mehr soziale Gerechtigkeit“, so der Vorsitzende des saarländischen Lehrerverbandes.

Inklusion soll das gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne besonderen Förderbedarf zum Regelfall machen.

Die Grundschule Grafenwöhr hat damit im Schuljahr 2010/11 erstmals begonnen, als sie in Zusammenarbeit mit dem Förderzentrum Eschenbach zwei Kooperationsklassen einrichtete. Im laufenden Schuljahr gibt es 4 Kooperationsklassen an der Grundschule Grafenwöhr.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Die Grafenwöhrer Schulen arbeiten bereits seit über 10 Jahren in verschiedenen Bereichen enger mit dem Förderzentrum Eschenbach zusammen. So absolvieren gute Schüler des Förderzentrums Eschenbach seit 2003 alljährlich die zusätzlichen Prüfungen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses in Grafenwöhr.

Seit 2006 organisiert das Kollegium des Förderzentrums gemeinsam mit dem Kollegium der Mittelschule Grafenwöhr einwöchige Skifreizeiten mit entsprechendem Begleitprogramm im Skigebiet „Sudelfeld“. Um die erfolgreiche, inklusive Arbeit der Grundschule in den letzten Jahren nahtlos zum Wohle der Schülerinnen und Schüler auch in der Mittelschule fortführen zu können, beantragte die Mittelschule Grafenwöhr im Frühjahr 2013 die Erteilung des Profils „Inklusion“ durch das Staatsministerium.Infolge der UN-Behindertenrechtskonvention sind die Unterrichtung und Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf Aufgabe jeder Schule.Neben der Inklusion einzelner Schüler gibt es mit der Schule mit dem Schulprofil „Inklusion“ eine neue Ausrichtung: Die Entwicklung einer ganzen Schule als System mit dem Ziel „Inklusion“.

Profil „Inklusion“

Auf der Grundlage eines gemeinsamen Bildungs- und Erziehungskonzeptes in Unterricht und Schulleben werden an diesen Schulen Lernen und Erziehung auf die Vielfalt der Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf ausgerichtet. Die Verleihung dieses Profils bedeutet, dass nun mehr auch Schülerinnen und Schüler in den Klassen der Mittelschule verstärkt gefördert werden können.

Das Profil „Inklusion“ beinhaltet für die Schule die Zuteilung zusätzlicher Lehrerstunden zur Förderung und Differenzierung in kleineren Gruppen, sowie die Anwesenheit einer speziell ausgebildeten Kollegin des Förderzentrums Eschenbach. Diese Kollegin unterrichtet entweder gemeinsam im Tandem mit den Kollegen der Mittelschule in der Klasse oder in differenzierender Form in einem anderen Raum. Außerdem steht sie zur Beratung der Eltern und des Kollegiums der Mittelschule in besonderen Fragen bereit.

Inklusion braucht Zeit, darin sind sich mittlerweile alle an Inklusion Beteiligten einig.

Die Grafenwöhrer Mittelschule macht sich zusammen mit dem Sonderpädagogischen Förderzentrum Eschenbach auf diesen langen Weg. Für das Gelingen brauchen wir die Geduld, die Ausdauer und die Unterstützung der Eltern, des Kollegiums, der Schulaufsicht und der Gesellschaft als Ganzes.